01. Dezember 2017

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN zur Kulturförderung der Freien Szene

Gitarrenspieler

Gitarrenspieler (Quelle: Pixabay.com)

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN zum Haushaltsplanentwurf 2018

Hier: Produktgruppe 0401 – Zentrale Kulturaufgaben

– „Kulturförderung der Freien Szene“

 

Beschlussantrag:

 

Zur stärkeren Förderung der Soziokultur und der Freien Szene beantragt die Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN:

 

  1. Die Einbeziehung der Freien Szene in die Kulturplanung über das Kulturpolitische Konzept und Museumsentwicklungspläne.
  2. Eine Schnittstelle auf Augenhöhe beim LWL für die Freie Szene mit eigenem Budget.

 

  1. Die Zwischennutzung von leerstehenden Gebäuden und Flächen des LWL als Raum für Experimente.
  2. Der Kulturhaushalt 2018 ist für diese Aufgabe um 50.000 EURO aufzustocken.

 

 

Begründung:

 

Freie Kulturschaffende in Westfalen-Lippe - und damit sind auch diejenigen gemeint, die „systemkritische“ Kunst und Kultur produzieren - verstehen sich als kohärenter Bestandteil einer vielfältigen Kulturlandschaft. Doch die Distanz zwischen LWL und dieser Szene ist aus Sicht von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im LWL zu groß, um vielversprechende Kooperationen und Projekte umzusetzen. Um diese Distanz abzubauen braucht es mehr Raum für Experimente innerhalb der LWL-Museumslandschaft, sowohl was die finanziellen Möglichkeiten als auch was die örtlichen Rahmenbedingungen angeht. Nur so kann ein experimenteller Raum auch von der Freien Szene besetzt werden.

Dass die (hierarchie-)Freie Szene in einem Spannungsfeld zum LWL als straff strukturierter Institution steht, wenn sie den LWL als kulturellen Akteur überhaupt wahrnimmt, ist eine Barriere, die abgebaut werden muss. Im Sinne einer „Kultur von unten“ sollten Freie Kulturschaffende stärker an den LWL angedockt werden.

 

Der LWL sollte dabei auch die zusätzlichen Möglichkeiten zur Förderung und Strukturverbesserung der Freien Szene nicht ungenutzt lassen, wie z.B. die  Zwischennutzung von Leerständen bei LWL-Immobilien durch Freie Kulturschaffende über ein Leerstandsmanagement, den Zugriff auf Sachmittel und die Vereinfachung der „Antrags­ und Nachweisbürokratie“.

 

Damit wird das Alleinstellungsmerkmal des LWL geschärft und Kultur kann sich in allen Facetten und neuesten Entwicklungen entfalten. Denn auch die Freie Szene in Westfalen-Lippe artikuliert ihre Interessen zunehmend in organisierten Netzwerken wie z. B. dem Netzwerk X in Bochum, das u. a. Künstler*innen und Stadtplaner*innen vernetzt oder dem Dortmunder Kulturrat, in dem sich Kulturschaffende und Freie Kulturzentren vor Ort organisieren.

 

Gez.

 

Jens Burnicki, Martina Müller, Heinz Entfellner, Elke Olbrich-Tripp, Gertrud Welper

 

f. d. R.

Ozan

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