GRÜNE Wochenendtagung mit Sylvia Löhrmann zum Thema schulische Inklusion 03. Nov. 2015

Die Eingliederung der LWL-Förderschulen in die inklusive Schullandschaft ist die Herausforderung

DIE GRÜNE Fraktion mit Schulministerin Sylvia Löhrmann

Auf ihrer dreitägigen Herbstklausur beschäftigte sich die GRÜNE Fraktion beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit der Frage, welche Rolle der LWL mit seinen Förderschulen im Inklusionsprozess verantwortlich übernehmen, entwickeln und zukünftig einnehmen soll.
Die GRÜNE Fraktion informierte sich über die ganze Bandbreite der bestehenden Modelle und Konzep-te für schulische Inklusion. Die Klausur startete mit einer Hospitation in der Primus-Schule Münster an den Standorten Berg Fidel und Geist und vermittelte durch praktische Anschauung die dafür notwendi-gen Gelingensbedingungen. Auch Berichte aus der Praxis eines engagierten Schulpsychologen und aus der Arbeit des Beratungshauses Münster, das Eltern von Kindern mit Behinderungen berät, zeigten deutlich, dass inklusive Beschulung für alle Kinder möglich sein kann, wenn das Umfeld stimmt.
„Jede Klasse in jeder Schulform der Primus–Schule ist heterogen“, so Fraktionssprecherin Martina Mül-ler, „ein engagiertes Team von Lehrerinnen und Lehrern, Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen und Pflegepersonal schafft es, dass jedes Kind im Rahmen seiner Fähigkeiten große Lernfortschritte machen kann.“
Bereits jetzt leisten die LWL-Schulen in den Förderbereichen „Sehen“, „Hören und Kommunikation“ sowie „körperliche und motorische Entwicklung“ wichtige Beiträge für das Gelingen inklusiver Arbeit in den allgemeinen Schulen. „Weitere Modelle solcher Art werden wir unterstützen“, so Norbert Oster-mann, schulpolitischer Sprecher der Fraktion. Dabei sieht er die Gefahr, „dass die Förderschulen des LWL zu kleinen Restschulen werden, in denen nur noch die Kinder mit den größten Handicaps verblei-ben.“ Ostermanns Forderung: „Es sollte langfristig angestrebt werden, alle Kinder in Regelschulen zu unterrichten. Dabei müssen die betroffenen Eltern aktiv in die Veränderungsprozesse eingebunden werden.“ Diese Einschätzung war Konsens der GRÜNEN Fraktion. Das „LWL - Beratungshaus Müns-ter“ wurde als wichtiger Partner im Vermittlungsprozess zwischen LWL-Förderschulen und Allgemeinen Schulen vorgestellt und positiv bewertet. Als Fazit der Klausurtagung wurde festgehalten: „Politik und Verwaltung des LWL müssen sich zusammen daran machen, die notwendigen Entwicklungen und Zwi-schenschritte einzuleiten, um die inklusiven Ziele zu erreichen.“
Ministerin Sylvia Löhrmann nahm die Hinweise der GRÜNEN Fraktion auf Probleme, Informationen und Vorschläge mit in ihr Ministerium.