Bessere Ernährung für den LWL

10.09.2026

Bessere Ernährung für den LWL

Klima und Umwelt
Grüne Fraktion im LWL

Gesund, nachhaltig, sozial und wirtschaftlich: GRÜNE Fraktion entwickelt auf Klausurtagung in Münster konkrete Ansätze für eine Ernährungsstrategie des Landschaftsverbands

Was auf den Teller kommt, ist längst mehr als eine Frage des Geschmacks. Ernährung betrifft Gesundheit, Klimaschutz, soziale Teilhabe, Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat sich deshalb auf ihrer Klausurtagung in Münster intensiv mit der Frage beschäftigt, wie eine zukunftsfähige Ernährungsstrategie für den LWL aussehen kann.

„Der LWL versorgt jeden Tag Patientinnen und Patienten, Schülerinnen und Schüler, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigte. Damit hat der Landschaftsverband eine enorme Verantwortung – und gleichzeitig große Gestaltungsmöglichkeiten“, erklären die Fraktionssprecherinnen Corinna Stöxen und Karen Haltaufderheide-Uebelgünn. „Wir wollen, dass gesundes, leckeres und nachhaltiges Essen beim LWL zur guten und bezahlbaren Wahl wird. Dafür brauchen wir eine übergreifende Ernährungsstrategie.“

Bislang verfügt der LWL über kein solches Gesamtkonzept. Dabei reicht das Spektrum der Gemeinschaftsverpflegung von den LWL-Kliniken und Wohnverbünden über Förderschulen und Jugendhilfeeinrichtungen bis hin zu Kantinen und weiteren Einrichtungen. Rund 21.000 Menschen arbeiten beim LWL. Allein in den Förderschulen werden jährlich rund 220.000 Mahlzeiten ausgegeben.

Ernährung als Teil des Klimaschutzes

Die Klausur machte deutlich, wie eng Ernährung und Klimaschutz miteinander verbunden sind. Landwirtschaft ist unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen. Gleichzeitig verursacht die Produktion, Verarbeitung und Bereitstellung von Lebensmitteln selbst Treibhausgasemissionen. Eine klimafreundlichere Ernährung kann deshalb einen wichtigen Beitrag zum Ziel des LWL leisten, bis 2030 klimaneutral zu werden.

„Klimaschutz beginnt auch auf dem Teller. Der LWL kann durch seine Einkaufsmacht und seine Einrichtungen konkrete Veränderungen anstoßen“, sagt Andreas Neumann, GRÜNES Mitglied im Klima-, Umwelt- und Bauausschuss des LWL. „Wir müssen regionale und ökologische Landwirtschaft stärker berücksichtigen, Lebensmittelabfälle vermeiden und bei Planung und Bau von Küchen nachhaltige Lösungen von Anfang an mitdenken“, ergänzt Kollegin und Mitmoderatorin der Konferenz, Angelika Fleischer.

Wie das praktisch funktionieren kann, zeigte unter anderem die LWL-Klinik Münster. Sie ist seit 26 Jahren EMAS-zertifiziert, setzt inzwischen zu mehr als 30 Prozent auf Bio-Produkte und verbindet Regionalität mit einem nachhaltigen Speiseangebot. Die Teilnehmenden der Klausur konnten sich vor Ort unter anderem Küche, Spülbereich, Heizanlage und Gärtnerei ansehen.

Auch digitale Lösungen können dabei unterstützen. Vorgestellt wurden Anwendungen, die bei der Essensplanung helfen, benötigte Mengen genauer berechnen und damit Einkauf und Lebensmittelabfälle reduzieren können. Künstliche Intelligenz kann außerdem bei der Planung von Gemeinschaftsverpflegung Unverträglichkeiten berücksichtigen und die Organisation erleichtern.

LWL kann Vorbild für die Kommunen sein

Bei der Klausurtagung wurde deutlich: Ansätze für bessere Ernährung im LWL muss viele unterschiedliche Bereiche zusammenbringen. Dazu gehören Einkauf und regionale Landwirtschaft ebenso wie Küchenplanung, Speisepläne, Gesundheit, Lebensmittelverschwendung, Bildung und die soziale Gestaltung von Essensräumen.

Unterstützung kam auch aus der Kommunalpolitik vor Ort. Der GRÜNE Oberbürgermeister von Münster, Tilman Fuchs, begrüßte die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung des LWL als Ort, an dem die Mitgliedskörperschaften voneinander und von guten Beispielen lernen können. Fachliche Impulse kamen unter anderem von Expert:innen aus den Bereichen Gesundheit, Nachhaltigkeit, ökologische Landwirtschaft, Schulverpflegung, Gemeinschaftsverpflegung und Ernährungsmanagement.

„Unser Fazit: Eine zukunftsfähige Ernährungspolitik des LWL muss gesund, ökologisch, sozial und wirtschaftlich gedacht werden. Mit besserer Planung, regionalem und ökologischem Einkauf, weniger Lebensmittelverschwendung und einer attraktiven Essenskultur kann der LWL nicht nur Treibhausgase reduzieren, sondern zugleich Gesundheit fördern, Kosten sparen und regionale Wertschöpfung stärken“, so die Fraktionssprecherinnen Corinna Stöxen und Karen Haltaufderheide-Uebelgünn.

Hintergrund: Was ist EMAS?

EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist ein gesetzlich geregeltes und das weltweit anspruchsvollste Umweltmanagementsystem. Mit EMAS erfassen Organisationen ihre Umweltbelastungen, verringern diese und verbessern ihre Umweltleistung. Die Einhaltung der Anforderungen wird regelmäßig von unabhängigen Umweltgutachter*innen überprüft.