Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Sicherung der Gesundheit und Lebensqualität bei steigenden Temperaturen – Umsetzungsstand und Erweiterung der Hitze- und Wärmeschutzmaßnahmen in den LWL-Liegenschaften und Außenanlagen
Beschlussvorschlag
- Bericht zum Umsetzungsstand der sommerlichen Wärmeschutzmaßnahmen und der Hitzebilanz 2026:
Die Verwaltung wird gebeten, bis zum Frühjahr 2027 einen Bericht über den Umsetzungsstand der Maßnahmen aus den LWL-Gebäudeleitlinien und dem Integrierten Klimaschutzkonzept bzw. vorhandenen Handreichungen vorzulegen und diesen um eine Analyse der Auswirkungen des Hitzesommers 2026 zu ergänzen:
- Gebäude: In welchen Einrichtungen wurde der geforderte außen anliegende Sonnenschutz bereits installiert und wo kam es trotz dieser Maßnahmen im Sommer 2026 zu kritischen Überhitzungen?
- Außenflächen: Welche konkreten Flächen wurden im Sinne der Klimaanpassung entsiegelt oder durch Fassaden- und Dachbegrünungen ergänzt, um das Mikroklima vor Ort zu verbessern? Wo haben versiegelte Flächen im Sommer 2026 als Hitzeinseln gewirkt?
- Grünflächen: Inwieweit konnten die Klinikparks und Grünanlagen der LWL-Liegenschaften im Sommer 2026 als Kühlinseln fungieren und wo ist der Bedarf an zusätzlicher Beschattung und Bewässerung akut?
2. Implementierung innovativer Kühlsysteme und Kühlinseln mit dem Ziel, bei extremen Temperaturen schnell wirksame und energieeffiziente Schutz- und Aufenthaltsmöglichkeiten zu schaffen:
Die Verwaltung wird beauftragt, ein beschleunigtes Pilotprojekt für Hitzeschutz und Kühlung bis zum Frühjahr 2027 umzusetzen mit Fokus auf Orte, an denen sich besonders vulnerable Gruppen aufhalten (Schulhöfe/-gebäude und Klinikgelände/-gebäude):
- Einrichtung von sogenannten Kühlinseln in Gebäuden nach dem Vorbild Barcelonas.
- Nutzung von Verdunstungskälte in Außenbereichen durch die Installation von Wasservernebelungssystemen an zentralen Aufenthaltsorten.
3. Risikoanalyse und Schutzkonzept für besonders vulnerable Gruppen und Mitarbeiter:innen:
Die Verwaltung wird beauftragt, bis zum Frühjahr 2027 eine spezifische Bedarfsanalyse für den LWL-PsychiatrieVerbund, die LWL-Förderschulen und -Jugendhilfeeinrichtungen, die LWL-Maßregelvollzugseinrichtungen sowie für die LWL-Hauptverwaltung durchzuführen. Der Fokus liegt auf:
- der Identifikation von „Hitze-Hotspots“ in Gebäuden und auf Außenflächen, die im Sommer 2026 besonders kritisch und ggf. auch mit Nutzungseinschränkungen verbunden waren;
- der Entwicklung eines verbindlichen und am Frühwarnsystem des Deutschen Wetterdienstes orientierten Hitzeschutzplans für Mitarbeiter:innen, um die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit bei künftigen Extremsommern sicherzustellen; der Hitzeschutzplan regelt, welche Maßnahme bei welcher Warnstufe automatisch greift;
- der Entwicklung eines verbindlichen Hitzeschutzplans für Patient:innen, Klient:innen und Schüler:innen des LWL, um deren Gesundheit und Wohlbefinden bei künftigen Extremsommern zu gewährleisten. Dieser Plan muss spezifische Maßnahmen für vulnerable Gruppen enthalten, die besonders anfällig für hitzebedingte Gesundheitsrisiken sind.
4.Barrierefreiheit als Querschnittsthema: Alle Maßnahmen zum Hitzeschutz müssen unverzüglich barrierefrei gestaltet werden, um sicherzustellen, dass Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, sensorischen Beeinträchtigungen, psychischen Erkrankungen oder anderen Behinderungen gleichberechtigten Zugang zu Kühlinseln, Schutzräumen und anderen Hitzeschutzmaßnahmen haben.
5. Prüfung der vorhandenen Förderprogramme: Die Verwaltung wird beauftragt, zu den vorgenannten Maßnahmen entsprechende Förderprogramme des Landes, des Bundes etc. zu prüfen, ob diese genutzt werden können.
6. Hitzeschutz wird explizit in die Krisenvorsorge und den Katastrophenschutz der Einrichtungen aufgenommen.
7. Ein Bericht zum Umsetzungsstand wird jährlich erstellt.
Sachverhalt
Steigende Temperaturen und häufiger auftretende Hitzewellen stellen eine zunehmende Herausforderung für Gesundheit, Lebensqualität und die Funktionsfähigkeit der LWL-Einrichtungen dar. Der Extremsommer 2026 hat die Dringlichkeit eines wirksamen Hitzeschutzes nochmals deutlich gemacht.
Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen wie Patient:innen, Klient:innen, Schüler:innen und Mitarbeiter:innen. Der Schutz vor extremer Hitze ist daher eine zentrale Aufgabe des LWL und erfordert ein präventives und proaktives Handeln.
Auch das Land Nordrhein-Westfalen reagiert auf die zunehmende Hitzebelastung und stellt für die Jahre 2027 bis 2029 insgesamt ca. 200 Millionen Euro für Hitzeschutzmaßnahmen in Krankenhäusern bereit. Gefördert werden unter anderem Klimaanlagen, aktive Kühlsysteme und Verschattungsmaßnahmen. Damit besteht für den LWL zugleich die Möglichkeit, notwendige Investitionen in den Hitzeschutz mit bestehenden und künftigen Förderprogrammen des Landes zu verknüpfen.
Die zunehmende Hitzebelastung macht eine Überprüfung und Weiterentwicklung der bestehenden Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz und zur Klimaanpassung in den LWL-Liegenschaften und Außenanlagen erforderlich.
Insbesondere überhitzte Gebäude und versiegelte Außenflächen können die Belastung durch Hitze verstärken. Die bestehenden Konzepte und Maßnahmen bieten wichtige Grundlagen, müssen jedoch an die sich verändernden klimatischen Bedingungen angepasst und um kurzfristig wirksame Maßnahmen ergänzt werden.
Ziel ist es, die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Betroffenen nachhaltig zu schützen und die LWL-Einrichtungen widerstandsfähig gegenüber zunehmenden Hitzeperioden zu machen.
Gez.
Andreas Neumann, klimapolitischer Sprecher Bau-, Klima- und Umweltausschuss
Angelika Fleischer, baupolitische Sprecherin Bau-, Klima- und Umweltausschuss
und Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Antrag: Schutz vor Hitze in LWL-Gebäuden
Die Grünen fordern besseren Schutz vor großer Hitze. Der Sommer 2026 war sehr heiß. Das hat Probleme gezeigt.
Was soll die Verwaltung tun?
- Bericht über Wärmeschutz bis Frühjahr 2027:
- Welche Gebäude haben Sonnenschutz bekommen?
- Wo war es trotzdem zu heiß?
- Welche Außenflächen wurden grüner gemacht?
- Wo gab es Hitze-Inseln (sehr heiße Orte)?
- Haben Grünanlagen geholfen zu kühlen?
- Neue Kühl-Systeme einbauen bis Frühjahr 2027:
- Kühlräume in Gebäuden schaffen wie in Barcelona.
- Wasser-Nebel-Anlagen draußen installieren.
- Besonders auf Schulhöfen und in Kliniken.
- Schutz für Menschen mit besonderen Bedürfnissen:
- Alle Gebäude und Außenbereiche prüfen.
- Pläne für Mitarbeiter machen (wann soll man es kühl machen?).
- Pläne für Patienten und Schüler machen.
- Besondere Hilfe für anfällige Menschen (alte, kranke Menschen).
- Barrierefreiheit:
Alle Kühlräume und Schutzplätze müssen barrierefrei sein. Menschen im Rollstuhl und mit Beeinträchtigungen müssen rein können.
- Nach Geld-Hilfen suchen:
Das Land und der Bund geben Geld für Hitzeschutz. Dieses Geld soll genutzt werden.
- Hitzeschutz in Notfall-Pläne einbauen.
- Jedes Jahr einen Bericht schreiben.
Warum ist das wichtig?
Die Temperaturen steigen. Hitzewellen werden häufiger. Das ist gefährlich für die Gesundheit.
Besonders gefährdet sind: Patienten, Klientinnen und Klienten, Schülerinnen und Schüler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der Sommer 2026 hat gezeigt: Wir brauchen schnell besseren Schutz.
Das Land Nordrhein-Westfalen gibt 200 Millionen Euro für Hitzeschutz bis 2029. Der LWL kann dieses Geld nutzen.
Zu heiße Gebäude und zu viel Asphalt machen die Hitze schlimmer. Wir müssen das ändern.