05.10.2026
Neues Meldesystem soll Barrieren schnell sichtbar machen, Beteiligung stärken und Transparenz schaffen
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat einen Antrag zur Einrichtung eines öffentlich zugänglichen digitalen Barrieremelders gestellt. Über das niedrigschwellige Online-Tool sollen künftig Mitarbeitende, Leistungsberechtigte, Patient:innen und Besuchende unkompliziert auf Barrieren in Gebäuden, digitalen Angeboten, Arbeits- und Verwaltungsabläufen, Kommunikationsprozessen sowie Dienstleistungen hinweisen können. Der Antrag wurde im Landschaftsausschuss abgelehnt.
„Wir sind sehr enttäuscht, dass sich das Bündnis aus CDU und SPD Inklusion auf die Fahnen schreibt, aber ein zentrales digitales Meldesystem für Barrieren ablehnt. Es ist ein Akt der Selbstermächtigung, wenn Menschen Barrieren selbst melden können. Der Barrieremelder würde zu einer zentralen Erfassung und Auswertung führen. Menschen, die Barrieren feststellen, würden eine schnelle und transparente Rückmeldung zum Bearbeitungsstand erhalten – und in angemessener Zeit auch eine Meldung über den Abbau der Barriere. Das unterstützt den Verband dabei, seinen gesetzlichen und gesellschaftlichen Auftrag als moderner, inklusiver Dienstleister und Arbeitgeber konsequent umzusetzen“, sagt Karen Haltaufderheide-Uebelgünn, Co-Fraktionssprecherin und Sprecherin im Sozialausschuss des LWL.
„Bei allen Maßnahmen lassen sich Barrieren oft erst in der Praxis feststellen. So führen fehlende Rampen und Aufzüge zu anstrengenden Umwegen oder sogar Unzugänglichkeit, ein fehlender Kopfhörer, eine fehlende Übersetzung in einfache Sprache oder Blindenschrift zum Scheitern von Kommunikation. All das bedeutet, dass Menschen von Teilhabe ausgeschlossen werden. Wir stellen uns einen Barrieremelder vor, der auf der LWL-Website bereitgestellt und unter anderem über Plakate mit QR-Codes prominent beworben wird. Über den Stand der Meldungen gibt es dann regelmäßige Berichte an den Sozialausschuss und den Inklusionsbeirat. So können auch die politischen Gremien an der Weiterentwicklung von praktischer Inklusion teilhaben“, ergänzt Co-Fraktionssprecherin und Sozial-Arbeitskreis-Sprecherin, Corinna Stöxen.
Neues System für Barriere-Meldungen
Die Grünen im LWL wollen ein neues System. Mit diesem System können Menschen Barrieren melden. Barrieren sind Hindernisse für Menschen mit Behinderung.
Das System soll einfach zu nutzen sein. Alle sollen es benutzen können. Mitarbeitende, Patienten und Besucher können Probleme melden. Sie berichten von Barrieren in Gebäuden oder im Internet.
Der Vorschlag wurde aber abgelehnt. Die CDU und SPD wollen das System nicht.
Das sagen die Grünen dazu
Karen Haltaufderheide-Uebelgünn ist sehr enttäuscht. Sie sagt: Die Barriere-Meldung ist wichtig. Wenn Menschen selbst berichten, können wir besser helfen. Das System sammelt alle Meldungen.
Menschen bekommen schnell eine Antwort. Sie erfahren, was mit ihrer Meldung passiert. So wird der LWL inklusiver und besser.
Warum ist das wichtig?
Corinna Stöxen erklärt: Barrieren sieht man oft erst später. Fehlende Rampen machen Menschen müde. Kein Aufzug macht Wege unmöglich. Keine leichte Sprache oder Gebärdensprache stört die Kommunikation.
Das System soll auf der LWL-Website sein. Mit QR-Codes (kleine Bilder zum Scannen) können Menschen es leicht finden. Der Ausschuss bekommt regelmäßig Berichte. So können alle gemeinsam mehr Inklusion erreichen.